Mann


Mann
Mann:
Das gemeingerm. Wort mhd., ahd. man, got. manna, engl. man, schwed. man geht mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen auf *manu- oder *monu- »Mensch, Mann« zurück, vgl. z. B. aind. mánu-ḥ »Mensch, Mann«, Manuṣ »Stammvater der Menschheit«. Welche Vorstellung dieser Benennung des Menschen zugrunde liegt, ist nicht sicher zu klären. Vielleicht handelt es sich bei dem Wort um eine Bildung zu der unter mahnen dargestellten idg. Verbalwurzel *men‹ə›- »überlegen, denken«. Dann wäre der Mensch als »Denkender« benannt worden (vgl. aind. mánu-ḥ »denkend, klug«). – Im heutigen Sprachgebrauch wird das Wort »Mann« in der umfassenden Bedeutung »Mensch« hauptsächlich nur noch in bestimmten Formeln verwendet, beachte z. B. »mit Mann und Maus« und »etwas an den Mann bringen«. Diese umfassende Bedeutung bewahrt auch das unbestimmte Pronomen man (beachte auch »jemand, niemand, jedermann«). Sonst wird »Mann« im Sinne von »Mensch männlichen Geschlechts« (im Gegensatz zu Frau), »erwachsener Mensch männlichen Geschlechts« (im Gegensatz zu Kind, Junge) und »Ehegatte« verwendet. – Neben dem allgemein üblichen Plural »Männer« ist dichterisch auch die Form Mannen gebräuchlich, allerdings in der speziellen Bedeutung »Dienstleute, Lehnsleute, Kampfgenossen«. Als Koseform zu »Mann« dient Männe. Eine alte Ableitung von dem gemeingerm. Substantiv ist das unter Mensch behandelte Wort. Das in mhd. Zeit abgeleitete Verb »mannen« »zum Mann werden, sich als Mann zeigen; sich aufraffen; heiraten; bemannen« ist heute veraltet. Gebräuchlich sind stattdessen die Präfixbildungen bemannen (mhd. bemannen »mit einer Mannschaft besetzen«), entmannen »zeugungsunfähig machen« (17. Jh.; schon mhd. entmannen »der Mannschaft berauben«), ermannen, sich »sich aufraffen« (mhd. ermannen »Mut fassen«) und die Zusammensetzung übermannen »überwältigen« (16. Jh.). – Abl.: mannbar »zeugungsfähig, erwachsen« (mhd. manbæ̅re »für einen Mann geeignet, heiratsfähig«, von Mädchen); mannhaft (mhd. manhaft »mutig, tapfer«); Mannheit (mhd. manheit »Männlichkeit; Tapferkeit; Mannesalter«); männlich (mhd. manlich, ahd. manlīch »dem Mann angemessen; tapfer, mutig«); Mannschaft »Gruppe von Spielern, kleine Einheit von Soldaten, Besatzung« (mhd. manschaft »Lehnsleute; Dienstleute; Lehnspflicht; Lehnseid«). Zus.: Mannsbild emotional für »Mann« (aus mhd. mannes bilde »Gestalt eines Mannes«, dann »Mannsperson«; Bild); mannstoll, daneben auch männertoll »nymphoman« (18. Jh.); Mannweib (17. Jh.; Lehnübersetzung von griech. andrógynos »Zwitter«; seit dem 18. Jh. in der Bedeutung »männlich wirkende Frau«).
Als Grundwort steckt »Mann« in zahlreichen Zusammensetzungen, beachte z. B. »Bergmann, Biedermann, Edelmann, Kaufmann, Landsmann, Steuermann, Tormann, Zimmermann«. Siehe auch den Artikel Mannequin.
• Mann
mit Mann und Maus untergehen
»untergehen, ohne dass einer gerettet wird«
Die stabreimende Formel verbindet das Wichtigste (die Menschen) und das Geringste (die Mäuse) an Bord eines Schiffes; damit macht diese Wendung bildhaft deutlich, dass bei einem Schiffsuntergang die Gesamtheit der Lebewesen untergeht.

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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